Mut zur Kreativität in der Krise

Mut zur Kreativität in der Krise

Das Jahr 2020 ist für die meisten Unternehmen weltweit ein äußerst frustrierendes Jahr. Produkteinführungen wurden verschoben, Kinos und Einkaufszentren sind weitgehend geschlossen, Restaurants haben ihre Rollläden heruntergefahren, die Straßen sind größtenteils leer und der Verkehr ist zum Erliegen gekommen. Dennoch ist dies auch eine außergewöhnliche Gelegenheit für Vermarkter, mit ihren Kunden in Kontakt zu treten. Da immer mehr Menschen entweder zu Hause oder in Quarantänezonen eingesperrt werden, haben Marken ein gefangenes Publikum für ihre Fernsehspots, digitalen Kampagnen und Socialmedia Botschaften.

Wie reagieren Marken auf diese beispiellose globale Krise? Und wie können Sie mit Ihrem Onlineshop Kreativität in dieser Zeit zeigen? Viele sagen die richtigen Dinge, einige schaffen  Außergewöhnliches, während so manche bei dem Versuch ihre Position am E-Commerce Markt zu halten ins Fettnäpfchen treten.

Sonderangebote: Jetzt kaufen – später einlösen

Überall sieht man Geschäfte, Bars, Restaurants oder sogar Eisläden, die für Sonderangebote oder Gutscheine werben, die nach dem Ende der Sperrung eingelöst werden können. Geschäftsinhaber, Dienstleister und Gastronomen werden kreativ, um Kunden und sich selbst vor dem Bankrott zu bewahren.

Viele Geschäftsinhaber wenden sich an Instagram und andere Plattformen, um Kunden um den Kauf von Gutscheinen zu bitten, die ihnen helfen sollen, die Schließung zu überstehen. Hashtags auf Socialmedia wie #supportyourlocals und #stillopen sind online im Trend und lenken die Aufmerksamkeit auf die Notlage vieler KMUs von heute.

Ihr Publikum ist Zuhause

Eine der offensichtlichsten Auswirkungen der Corona Krise ist die zunehmende Zeit, die man zu Hause verbringt. Unternehmen sollten diese Entwicklung nutzen um darüber nachzudenken, wie sie Ihre Strategie ändern können, um den Bedürfnissen ihrer Kunden besser gerecht zu werden oder sie in diesen stressigen Zeiten sogar zu erfreuen.

Restaurants sind ein gutes Beispiel dafür. Seitdem sie keine Gäste mehr empfangen durften, haben sie ihre Abhol- und Lieferdienste an den Bordsteinkanten ausgebaut, um über die Runden zu kommen und die Kunden zu versorgen.

Was den elektronischen Handel betrifft, so haben einige Geschäfte damit begonnen, neue Artikel vorrätig zu halten und/oder Kollektionen bestehender Produkte anzubieten, die für das tägliche Leben vieler Menschen heute relevanter sind – insbesondere, wenn sie zu Hause bleiben.

Information oder Irritation? Markenwerbung mag während der Coronavirus Krise nicht als die beste Idee erscheinen, wenn Menschen auf Twitter ihre Irritation darüber zum Ausdruck bringen, dass sie Marketing-E-Mails von Unternehmen erhalten, von denen sie seit Jahren nichts mehr gehört haben. Die meisten Führungskräfte von Werbeagenturen sind sich einig, dass der Versuch, in beispiellosen Zeiten zu werben, eine schwierige Balance ist.

Eine Pandemie war nicht Teil des Businessplans

Es ist im Moment schwierig, über all die speziellen Coronavirus-Angebote, Kampagnen und Initiativen auf dem Laufenden zu bleiben – nicht nur für potenzielle Kunden, sondern auch für Geschäftsinhaber. Staatliche Unterstützung zu erhalten ist nicht immer einfach und vielen Unternehmen fällt es schwer die Übersicht zu behalten oder gar eine Prognose für ihr Geschäft ziehen zu können.

Einige Unternehmer zeigen jedoch wahren Kampfgeist mit ungewöhnlichen Aktivitäten ihrer Unternehmen, die teilweise in andere Branchen als ihr ursprüngliches Geschäft reichen. Die Pandemie stellt für unsere Wirtschaft zwar eine außergewöhnliche Bedrohung dar, jedoch bietet diese auch Chancen, neue Wege zu gehen. Die aktuellen Entwicklungen am Markt könnten künftig komplett neue Wirtschaftszweige entstehen lassen, deren Geschäftsmodelle wir heute beeinflussen können. Die Krise kann somit neben all ihren Gefahren auch als Initiator für Innovation fungieren – mit weitreichenden Folgen für die Zukunft.

Sprudelnde Kreativität in allen Branchen

Das Jahr 2020 verlangt Unternehmern so einiges ab, vor allem eines ist dabei geforderter als je zuvor: ihre Kreativität. Viele Unternehmen stellen derzeit bemerkenswert unter Beweis dass besondere Umstände auch besondere Lösungen erfordern um diese Krise zu überleben. Lassen wir uns nachfolgend von einigen innovativen Branchen und neuen Geschäftsmodellen inspirieren:

Blumenfachgeschäfte

Kleine Pflanzenladen mussten sich eine ganze Weile von ihren Kunden, die gerade wegen der Dschungelatmosphäre in ihre Läden kamen und sich Inspiration für grüne Umgestaltung gesucht hatten, verabschieden. Gerade die persönliche Beratung macht es jedoch aus – und so dachte sich der deutsche Urban Jungle und Concept Store eine neue Strategie aus. Die Kundenbetreuung wurde auf online und via Video-Call umgesattelt, so können Kunden sogar per Mail Fotos des Standortes schicken, der bepflanzt werden soll, sodass die optimale Pflanze für den Wunschort bestimmt werden kann. Die Pflanzen werden dann per Kurier Versand und Kunden können ihre Resultate direkt als neue Inspiration für andere Kunden online stellen.

Gastronomiebetriebe

Während der Krise sind Netzwerke für Lieferungen von Lebensmitteln rapide gewachsen. Es gibt Millionen von Restaurants, die zwar geöffnet haben, aber nicht in der Lage sind, die Kunden durch die Türen zu lassen – was bedeutet, dass die Lieferung die einzige Möglichkeit ist, Einnahmen zu erzielen. „Fine Bagels”, ein Café und englischer Buchladen in Berlin-Friedrichshain, liefert neben ihren frischen Bagels auch Bücher frei Haus für alle, die zusätzlichen Lesestoff bei der vielen Zeit zu Hause brauchen können. Ein besonderer Service lässt sich auch in Wien’s Gastronomie finden – hier bringt die Bar „Yesterday“ seine preisgekrönten Cocktails zu den Gästen nach Hause und sorgt damit für Ausgehfeeling in den eigenen vier Wänden. Einige Restaurants bieten sogar Halbfertiggerichte für ihre Kunden an, die zu Hause bleiben und selbst kochen möchten.

Kosmetikgeschäfte

Das chinesische Kosmetikunternehmen Lin Qingxuan war während des Ausbruchs gezwungen, 40% seiner Geschäfte zu schließen. Daraufhin entschied sich die Geschäftsführung allen Schönheitsberaterinnen, welche für gewöhnlich in den Filialen Beratung anboten, nun zu Online-Beraterinnen zu werden. Angeknüpft an den Onlineshop und ausgestattet mit eigenen Kanälen, Themenbereichen und ausreichend Equipment wurden Tipps&Tricks der Make-up Branche online vermittelt. Diese kreative Maßnahme und die schnelle Umsetzung brachte dem Kosmetikunternehmen ein Wachstum von 200% im Vergleich zum Vorjahr ein.

Traditionsbetriebe

Auch traditionell geführte Betriebe erleben eine noch nie dagewesene Zeit in ihrer Unternehmensgeschichte. Familie Perzy, zum Beispiel, stellt seit vier Generationen in Wien die Original Wiener Schneekugel her. Auch sie haben sich kreativ in der Krise gezeigt – passend mit einer Klopapier-Schneekugel hat das Unternehmen einen echten Verkaufshit erzielt. In kurzer Zeit war die Sonderedition bereits ausverkauft (für Nachschub wird gesorgt).

Malkurse

Jeder kann ein Künstler sein, verspricht das Start-up aus Berlin „ArtNight“. Das Geschäftsmodell der Eventreihe ArtNight war bis dato ein gemütlicher Nachmittag mit Kunstbegeisterten, Hobbymalern und Mädelsrunden, die sich in unterschiedlichsten Locations trafen um gemeinsam, in Betreuung einer ArtNight Künstlerin, an bunten Bildern zu arbeiten. Diesem Prinzip wurde durch Ausbruch der Pandemie ein Strich durch die Rechnung gemacht. Aber kreativ wie Künstler nun einmal sind – hat auch ArtNight einen neuen Weg eingeschlagen. Online Events und Livestreams werden geboten und während jetzt an diesen Formaten gearbeitet wird, ruft die Gründerin zusätzlich mit #supportyourartist zur Unterstützung der Künstler auf. Da für viele von ihnen durch den Wegfall der Events auch die Haupteinnahmequelle verschwunden ist, können Kunden nun die Gutscheine, die sie aufgrund eines ausfallenden Events erhalten haben, direkt an die Künstler spenden.

 

Neue Wege nach der Krise

Die Dauer der Corona-Krise kann noch nicht vorhergesagt werden. Das macht es deutlich schwieriger für die Regierung und Wirtschaft Maßnahmen für einen bestimmten Zeitraum zu beschließen. Wie die oben beschriebenen Beispiele der Blumenhändler, Künstler, Gastronomen und wie die kreativen Ideen im Einzelhandel in Zeiten von Corona zeigen, gibt es allerdings viele Möglichkeiten das Beste aus dieser belastenden Krise zu machen. Neben Experten, Politikern und Unternehmern selbst, sind auch Konsumenten angesprochen vor allem lokale Händler zu unterstützen. In unserem voran gegangenen Blogartikel „E-COMMERCE IN ZEITEN EINER PANDEMIE“ finden Sie 5 praktische Tipps worauf ganz allgemein gerade in dieser Zeit besonders geachtet werden sollte als Onlineshop Inhaber!

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.