Seite an Seite mit Ihrem Paketboten

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Es ist 8:00 Uhr morgens, Braunschweig, in der Paket Zustellhalle. Herr Franz scannt und stapelt Päckchen, Pakete und sonstige Sendungen in seinen Transporter. Zu diesem Zeitpunkt haben die Pakete schon einen weiten Weg hinter sich und sind nun bereit, ihre letzte Reise zu den glücklichen Empfängern anzutreten. Herr Franz und seine Kollegen arbeiten schnell. Sehr schnell, denn sie haben noch einen langen Arbeitstag vor sich. 180 Kartons und Tüten werden es heute sein. „Ein mäßig stressiger Tag“, sagt Herr Franz. Manchmal werden es bis zu 240 Päckchen, vor allem in der Vorweihnachtszeit. Von 300 Gramm bis zu 31,5 Kilo dürfen die Päckchen dabei wiegen. Zweimal 15 Kilo Säcke verpackt in einem Karton sind dabei die Lieblingspakete von Herrn Franz. Vor allem wenn sie in den 4. Stock ohne Aufzug transportiert werden müssen. Wenn der Empfänger am Ende die Annahme mit den Worten „Das ist ihr Job“ verweigert, dann muss Herr Franz sich manchmal selbst daran erinnern warum er seinen Job gerne macht.

Sind die Sendungen in den Transporter verladen, geht die Tagestour auch schon los. Ein Päckchen nach dem anderen findet seinen neuen Besitzer. Für Herrn Franz bedeutet dies jeden Tag wieder Parkplatzsuche ohne Abstellmöglichkeit. Der Gehweg wird dabei zum besten Freund. Glücklicherweise hat er die Päckchen schon nach Straßennamen sortiert, das spart eine Menge Zeit beim Ausladen. Treppen rauf und Treppen runter, von Tür zu Tür. Heute sind vergleichsweise viele Leute zu Hause meint Herr Franz und freut sich, nicht viele Benachrichtigungszettel ausfüllen zu müssen. Beim nächsten Einfamilienhaus erwartet Herrn Franz ein Vierbeiner, ganz schnell wird ein Leckerli aus der Tasche gefischt und das Paket dem Frauchen übergeben, die sich über ein freundliches Wort sehr freut. „Man hört schon so einige Geschichten. Von Liebeskummer, über Geldsorgen oder Hüftbeschwerden. Da wird man manchmal zum Seelsorger“.

Die Leute lassen sich mittlerweile fast alles liefern, von Europaletten, über Kaminholz, bis hin zu Wasch-, oder Kaffeemaschinen. „Da müssen wir manchmal ganz schön ran…Ich brauche dafür kein Fitnessstudio nach der Arbeit“.

Herr Franz kennt mittlerweile viele der Bewohner in seinem Zustellbezirk. Das ist auch wichtig, wenn wiedermal niemand zu Hause ist und er sich um einen alternativen Abstellort kümmern muss. Besonders zweckdienlich sind hier ältere Personen oder Mütter mit Babys. Die sind dann zu Hause wenn die anderen arbeiten. Manchmal jedoch findet auch der kontaktfreudige Herr Franz keinen Nachbarn, der ein empfängerloses Paket annehmen könnte. „Dann nehme ich es wieder mit in die Zentrale oder bringe es in die Packstation. Von dort muss es der Empfänger dann abholen. Das macht aber uns beiden nur unnötige Arbeit“. Am liebsten beliefert Herr Franz Büros und Gewerbebetriebe. Hier ist immer ein Parkplatz frei und jemand da, der das Paket annimmt. Man kann auch Zeit sparen, die dann bei dem vielen Auf und Ab in großen Wohnhäusern wieder gebrauchen kann. „Vor allem an starken Tagen, ist mein Job schon sehr stressig. Normalerweise sind wir von der Zentrale angehalten bei 3 Nachbarn zu klingeln, wenn niemand öffnet, doch manchmal ist das einfach von der Zeit her nicht schaffbar. Aber natürlich wäre es mir lieber, wenn ich jede Sendung beim richtigen Empfänger abgeben könnte“.

Mittlerweile ist es 18:30 Uhr. Herr Franz ist bereits auf dem Weg zurück zur Zustellbasis. Einige Pakete hat er wieder mit zurück nehmen müssen. Sie werden ihre Empfänger trotzdem finden. Trotz so manchen Schattenseiten liebt Herr Franz seinen Beruf. Der Kontakt mit den Menschen ist es am Ende des Tages. Und die Erlebnisse, die damit Tag für Tag einhergehen.

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